Sinnvolle Schritte statt voreiligem Aktionismus

Wir, als gesamte Gesellschaft, haben es geschafft die Infektionskurve zu verflachen und unsere Gesundheitssysteme nicht zu überlasten. Dies haben wir durch eine gemeinsame Kraftanstrengung aller Unterstützenden und der konsequenten Einhaltung von Abstandsregelungen und Versammlungsvermeidungen erreicht.

Wie wichtig die Schließung seit dem 16.3.2020 war, zeigt sich leider daran, dass wir bundesweit mittlerweile mehr als 3.800 Menschen durch COVID-19 verloren haben. Ohne diese Maßnahmen wären noch mehr Tote zu beklagen. Jetzt wieder Schulen, selbst schrittweise, als erste Einrichtung zu öffnen, spielt fahrlässig mit der Gesundheit und dem Leben von Schüler*innen, Lehrenden, Angehörigen und anderen an Schulen Beschäftigten.

„Als nebenberuflich Studierende in einer Abendschule kann ich es mir nicht vorstellen, in nächster Zeit wieder mit zwanzig anderen Personen in einem Klassenraum zu sitzen. Diesen Gedanken finde ich im Gegenteil beängstigend. Hier wird mit der Gesundheit von Schüler*innen und Lehrpersonal gleichermaßen gespielt.“ sorgt sich Maja Tiegs (Bundesvorstandsmitglied der DOS Partei)

„Die Ankündigung des NRW Ministerpräsidenten Armin Laschet, die Schulen schon kommende Woche eröffnen zu wollen, vor der Konferenz der Kultusminister und entgegen dem Beschluss der Bundeskanzlerin und der Länderchefs, lässt nur den Schluss zu, dass Herrn Laschet seine Kanzlerambitionen und seine Profilierungssucht wichtiger sind, als die Gesundheit der Menschen in NRW.“ stellt Torsten Sommer (Bundesvorstandsmitglied der DOS Partei) fest.

Die voreilige Öffnung der Schulen, auch nur für Abiturient*innen und andere Abschlussklassen, ist zum derzeitigen Zeitpunkt fahrlässig und gefährdet aktiv Leben. Vielmehr sollte der Landesregierung das Wohl der Menschen mit besonderen Bedarfen in
den Blick nehmen und diese Familien sofort unterstützen. Gerade jetzt benötigen Menschen in kritischen Lebenssituationen, gefährdete Menschen und Behinderte sofortige und direkte Hilfsangebote. Dazu gehört, dass alle Schüler*innen erreicht werden. Die Digitalisierung von Bildung muss jetzt vorangetrieben werden. Hier ist geboten Lehrende schnellstmöglich zu schulen und die Kommunikation zu Schüler*innen beispielsweise durch das Bereitstellen von Internetzugängen und Leihgeräten wie Laptops zu ermöglichen.

Digitale Unterrichtsmaterialien und die vielfältige Nutzung neuer Möglichkeiten interaktiven Lernens müssen jetzt nachhaltig eingeführt und Konzepte entwickelt werden. Es bedarf einer großen gemeinsamen Kraftanstrengung und es ist Aufgabe der Schulen, Schulträger, Jugendhilfe und Gesundheitsämter sich schnellstmöglich und direkt um die Familien mit besonderen Bedarfen zu kümmern und entsprechende Unterstützungen sofort bereitzustellen.