Klimastreifen für Deutschland

Bundestagswahl 2021 – die verlorene Klimawahl

Die Wahlberechtigten in Deutschland haben gewählt:
10,3 % überhaupt keinen Klimaschutz (blaubraune Nazis)
11,5 % Klimaneutral bis 2050 (FDP)
24,1 % Klimaneutral bis 2045 in schwarz (CDU/CSU)
25,7 % Klimaneutral bis 2045 in rot (SPD)
14,8 % Klimaneutral bis in 20 Jahren machbar (Grüne)
4,9 % Klimaneutral bis 2035 (DIE LINKE)

Und was sagt die Wissenschaft dazu?

Das ist reicht nicht!

Der menschengemachte Klimawandel ist nichts worüber wir abstimmen können, sondern ein Fakt. Das einzige worüber wir abstimmen können, ist mit welchen Konsequenzen wir lieber leben: Wollen wir jetzt unseren Lebensstil verändern, um langfristig ähnlich bequem wie heute zu leben, oder wollen wir einfach weitermachen, bis wir ein einem Klima leben, dass vielen von uns das Leben kosten wird?

Mit den von den Parteien gesteckten Zielen wird es schwierig bis unmöglich den Klimawandel soweit auszubremsen, dass wir unsere heutige Lebensqualität annähernd erhalten können. Dafür bräuchten wir deutlich ambitioniertere Ziele über alle Parteien hinweg. Die aktuellen Wahlergebnisse passen in keinster Weise zu der absoluten Dringlichkeit Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen.
Zum Vergleich: wenn in eurer Wohnung eine Kerze umfällt, dann wartet ihr mit den Löschversuchen auch nicht bis das ganze Haus in Flammen steht. Wir sind aber in der Situation, dass bereits ein ganzes Zimmer brennt. Wenn die Feuerwehr jetzt löscht, geht einiges Kaputt, aber das Haus kann noch gerettet werden. Je länger wir warten, umso teurer wird es das Haus zu retten und umso weniger kann überhaupt noch gerettet werden.

Wer ist eigentlich mit „die Wissenschaft“ gemeint und wie kommt sie zu ihren Aussagen?

Auf der ganzen Welt forschen Wissenschaftler*innen rund um das Thema Klimawandel. Diese Forschenden kommen teilweise aus unterschiedlichen Bereichen und nutzen unterschiedliche Methoden. Es gab und gibt Wissenschaftler*innen die physikalische und chemische Prozesse untersuchen, zum Beispiel: Warum und wie stark tragen Wasserdampf und CO2 dazu bei, dass unsere Erde wärmer wird?
Es gibt auch Wissenschaftler*innen die erforschen, wie sich das Klima in der Vergangenheit verändert hat, z.B. durch geologische Untersuchungen.
Weil es eine Vielzahl an Prozessen gibt, die dafür sorgen das unsere Erde kälter oder wärmer wird und sich auch noch gegenseitig beeinflussen, gibt es auch Wissenschaftler*innen die aus der Vielzahl der Prozesse Computermodelle bauen. Diese Computermodelle liefern Vorhersagen, die Wissenschaftler*innen mit dem vergleichen was andere Wissenschaftler*innen messen. So gibt es Computermodelle, die die durchschnittliche Erderwärmung vorhersagen. Diese Vorhersage kann mit der durchschnittlichen Temperatur der Erde in der Vergangenheit bis hin zum heutigen Tage verglichen werden.
Wenn die Computermodelle gut zu dem passen, was gemessen wird, können uns die Computermodelle bis zu einem gewissen Grad vorhersagen über die Zukunft liefern, z.B. wie sich die Welt weiter erwärmt, wenn wir als Menschheit ganz genau wie bisher weitermachen.
All diese einzelnen Forschungen werden selten nur durch einzelne Wissenschaftler*innen betrieben. Häufig arbeiten mehrere Forschende zusammen. In vielen Fällen wird die Forschung sogar durch andere Forschende geprüft, bevor die Ergebnisse veröffentlicht werden können.
Gute Forschung wird in jedem Fall so veröffentlicht, dass andere Forschende die Möglichkeit haben die Forschung nachzuvollziehen. Dies ermöglicht es die Forschungsergebnisse mit anderen Forschungsergebnissen zu vergleichen oder in Zusammenhang zu bringen.
Im Idealfall sollten andere Wissenschaftler*innen die Forschung sogar wiederholen können um zu überprüfen, ob sie auf das gleiche Ergebnis kommen.
All diese einzelnen Forschungsergebnisse, sind wie die einzelnen Bausteine eine Mosaiks. Um das Gesamtbild zu erkennen, müssen die einzelnen Forschungsergebnisse gemeinsam betrachtet werden.
Dafür gibt es sogenannte Metastudien, die eine Vielzahl an Forschungsergebnissen zusammentragen um das Gesamtbild sichtbar zu machen. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass einzelne Ergebnisse nicht in das Bild passen. Dann wird versucht zu verstehen, woher das kommt. Manchmal entstehen so neue Erkenntnisse. Manchmal wird so erkannt, dass einzelne Forschungsergebnisse fehlerhaft sind. (Die Gründe warum Forschungsergebnisse fehlerhaft sind, können sehr sehr unterschiedlich sein.)
An manchen Stellen, wird das Bild auch sehr unscharf. An diesen Stellen liefert die Wissenschaft noch keine eindeutige Antwort und weitere Forschung ist nötig, zum Beispiel ist nicht genau klar, ob der Klimawandel dafür sorgen wird, dass es mehr Tornados geben wird.
An anderen Stellen ist dieses Bild sehr scharf, nämlich bei der Frage, ob es einen menschengemachten Klimawandel gibt. Hier ist die Antwort eindeutig JA.
Da der Klimawandel unsere gesamte Menschheit betrifft, ist es notwendig ein möglichst genaues und großes Bild vom menschengemachten Klimawandel zu haben. Und genau mit diesem Gedanken wurde 1988 der Weltklimarat IPCC gegründet. Der Weltklimarat trägt den jeweils aktuellen Forschungsstand, also all die einzelnen Mosaikbausteine die Forscher*innen und Forschungsgruppen weltweit liefern, zusammen. Dabei geht er über reine Klimaforschung hinaus, sondern trägt auch die Forschungserkenntnisse zu den Auswirkungen des Klimawandels auf unser soziales Leben und die Wirtschaft zusammen.
Um so ein großes Gesamtbild zu zeichnen, benötigt der Weltklimarat in der Regel 3-4 Jahre. Der letzte daraus entstehende Bericht umfasste dabei mehr als 3000 Seiten.
Das Gesamtbild beschreibt dabei nicht nur unsere aktuelle Situation, also ob gerade nur eine Kerze, ein Zimmer oder das ganze Haus brennt. Der Weltklimarat beschreibt auch Möglichkeiten, wie wir verhindern können, dass sich der Zimmerbrand zu einem brennenden Haus ausbreitet, also Möglichkeiten den Klimawandel abzumildern.
Das Ziel des Weltklimarats ist es allen politischen Entscheidungsträgern auf der Welt mögliche Szenarien und die Konsequenzen dieser Szenarien gemäß dem aktuellsten wissenschaftlichen Kenntnisstand aufzuzeigen.
Dabei bemüht sich der Weltklimarat um maximale Transparenz:
  • Für alle Bestandteile des Klimawandelmosaiks gibt der Weltklimarat an, wie gesichert die Erkenntnisse der weltweiten Forschergemeinschaft sind, also wie scharf das Mosaikbild an dieser Stelle ist.
  • Fachleute aus der ganzen Welt tragen zu den Berichten des Weltklimarats bei
  • 195 Länder sind Mitglied des Weltklimarats
  • Ungefähr 150 Institutionen der Vereinten Nationen, sowie internationale und zivilgesellschaftliche Organisationen beobachten den Weltklimarat
Der aktuellste Bericht des Weltklimarats sagt unter anderem: „Eine globale Erwärmung von 1,5° und 2° wird im Laufe des 21. Jahrhunderts überschritten werden, es sei denn, es erfolgen in den kommenden Jahrzehnten drastische Reduktionen der CO2 und anderer Treibhausgasemissionen“
Wobei hier nicht gemeint ist, erst in ein paar Jahrzehnten die Emissionen zu reduzieren, sondern das wir von heute bis in die nächsten Jahrzehnte hinein, kaum noch Emissionen verursachen dürfen.

Warum soll die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad beschränkt werden?

Umso stärker die Klimaerwärmung ausfällt, umso drastischer sind die Folgen für die Menschheit. Bereits heute wirkt sich der Klimawandel auf uns aus:
  • Dürren und Hitzeextreme nehmen zu. Bereits in den letzten Jahren wurden und werden auf der ganzen Welt immer wieder Hitzerekorde geknackt.
  • Unwetter und Überschwemmungen nehmen weltweit zu. In Deutschland hat zuletzt das Jahrhunderthochwasser am 14.7.2021 mehr als 180 Todesopfer gefordert.
Eigentlich wäre es das beste ein 0° Ziel zu haben. Doch dieses Ziel ist nicht so einfach zu erreichen. Selbst wenn wir heute mit allen Emissionen, die zur Klimaerwärmung beitragen, aufhören, würde es noch etwas dauern, bis die aktuelle Klimaerwärmung aufhört.
Deswegen haben Wissenschaftler ausgerechnet, bis wie viel Grad Erderwärmung die Menschheit sich noch leisten kann, bevor die Folgen für unsere Spezies dramatisch werden.
Dramatische Folgen wären z.B.:
  • das vollständige Abschmelzen der Polkappen, wodurch der Meeresspiegel so stark ansteigt, dass ganze Landstriche dauerhaft überflutet werden
  • sich immer weiter verstärkende Effekte wie: eine starke Zunahme von Waldbränden, die dafür sorgt das noch mehr CO2 in die Atmosphäre gelangt, dadurch die Erderwärmung verstärkt, welcher weiter die Zunahme von Waldbränden begünstigt.
  • ein Erliegen des Golfstroms und das wäre so dramatisch, dass auch die Wissenschaft die Folgen nicht wirklich abschätzen kann.
2015 wurde davon ausgegangen, dass diese dramatischen Effekte ab eine Klimaerwärmung von 2° sehr wahrscheinlich werden. Deswegen wurde im Übereinkommen von Paris festgelegt, dass die Erderwärmung deutlich unter 2° gehalten werden soll. Als Ziel wurde ein Temperaturanstieg von 1,5° vereinbart.

Was wäre nach der Bundestagswahl eigentlich dringend?

Wir brauchen definitiv sofort eine realistische Klimapolitik, die die Warnungen der Wissenschaft ernst nimmt. Selbst eine umfassende Digitalisierung und Sozialreformen werden uns nicht reichen, wenn der Klimawandel die Lebensgrundlagen für einen Großteil der Menschheit zerstört. Torsten Sommer, Vorstandsmitglied unserer Partei, stellt dazu fest „Es kommt jetzt darauf an, so schnell wie möglich eine handlungsfähige Regierung zu bilden. Die Priorität muss sein, den Klimawandel so gut es eben geht abzumildern. Die Parteien, die jetzt dafür in den Bundestag gewählt wurden, haben durch ihre Versäumnisse in der Vergangenheit dafür gesorgt, dass wir kurz vor den globalen Kipppunkten durchgreifende Maßnahmen ergreifen müssen.“

Was können wir nach diesen Wahlergebnissen erwarten?

Selfie von Maja Tiegs und Magdalena Zenglein-Markert mit Maske, dahinter viele Menschen

von links: Magdalena Zenglein-Markert, Maja Tiegs

„4 weitere Jahre bleierner Konservativismus und 4 weitere Jahre Klimaziele verschlafen. Das macht mich einfach nur traurig, ich hatte ernsthaft die Hoffnung die Republik wäre weiter.“ Das ist das Fazit von Maja Tiegs, eine unserer beiden Vorsitzenden. Ihre Kollegin Magdalena Zenglein-Markert ergänzt: „Ich verstehe nicht, wieso die Mehrheit der Menschen eine Politik wählt die schon in der Vergangenheit daran gearbeitet hat die Lebensbedingungen für uns und die nachfolgenden Generationen zu zerstören und dies in absehbarer Zukunft weiter fortsetzen wird.“

Denn Fakt ist: Bis heute haben die regierenden Parteien in Deutschland nicht geschafft eine Politik zu verfolgen, die den Zielen des Pariser Abkommens gerecht wird. Analysen der Wahlprogramme für die Bundestagswahl 2021 zeigen, dass auch nach der Bundestagswahl keine der im Bundestag vertretenen Parteien eine Politik anstrebt, die den Zielen des Übereinkommens von Paris gerecht wird. Erst recht nicht die Parteien, die nun leider die Mehrheit bekommen haben.

Was können wir tun?

Nicht Aufgeben!

Uns bleibt keine andere Wahl, als den Druck weiter zu erhöhen. Sei es in dem wir auf die Straßen gehen und Bewegungen wie Fridays for Future weiter unterstützen, oder in dem wir eine neue Partei aufbauen, die die Wissenschaft und die Dringlichkeit des Klimaschutz ernst nimmt.

Foto von einer Demonstration

Wir von der DOS Partei haben uns entschieden eine neue Partei aufzubauen, weil wir nicht nur auf die Straßen gehen möchten, sondern den Klimaschutz auch in die Parlamente bringen wollen. Dafür müssen wir als Partei weiter wachsen. Deswegen suchen wir Mitstreiter*innen die unsere Vision einer besseren Zukunft teilen und sich zu unseren Axiomen bekennen.

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